Bierlexikon

Ale

Ale ist Obergriff für die nach britischer Art gebrauten, obergärigen Biere. Sie sind bernsteinfarben. Was jedoch nicht unbedingt sein muss, und der Geschmack ist meinst bitter bis süß, kann aber auch ins Säuerliche gehen. Die meisten Ales sind ziemlich vollmundig und fruchtig. Ale kann auch als Oberbegriff für obergärige Biere oder als eigene Sorte betrachtet werden, wobei in manchen Teilen das Wort Ale fälschlich verwendet wird. 

Doppelbock

Noch stärker als Bockbier eingebraut. Zuerst von Franziskaner Mönchen in Bayern hergestellt. Sie nannten ihr Bier "Salvator". Daraus resultiert die heutige Gewohnheit, Starkbieren Namen zu geben, die auf "ator " enden.

Alt

Obergäriges Bier von kupferner bis tiefbrauner Farbe aus dunklem Malz und viel Hopfen. Als sich Mitte des vorigen Jahrhunderts das untergärige Brauverfahren mehr und mehr durchsetzte, hielt man in Düsseldorf und am Niederrhein am "alten" Verfahren fest. Daher der Name.

Amber

Amber ist ein noch junger Name für ein Ale, der sich vor allem auf die Farbe (Bernstein) bezieht. Diese Bezeichnung tragen sowohl belgische Spezialbiere als auch amerikanische Ales. 

Barley Wine

Der Begriff Barley Wine („Gerstenwein“) bezieht sich auf sehr starke, obergärige Biere, deren Farbe von hell bis dunkel variieren kann. Die stärksten Versionen britischer Ales werden häufig auch als Barley Wine bezeichnet. 

Belgisches Ale

Belgisches Ale ist eine Entsprechung zu englischem Ale und hat einen ähnlichen Charakter. Belgisches Ale kann jedoch würziger und lebendiger schmecken. Die Belgier bezeichnen ihr Bier als Ale, wenn es  bernsteinfarben und obergärig ist und keinen zu holen Alkoholgehalt aufweist. Belgische Ales eignen sich auch sehr gut anstelle von Bieren nach Pilsner Brauart. 

Bock

Angeblich vom Namen Einbeck abgeleiteter Begriff. Das Bier aus der niedersächsischen Stadt Einbeck wurde zu Hansezeiten nach ganz Europa exportiert. Für die langen Transportwege wurde es haltbar gemacht, d.h. stärker eingebraut. Bockbier hat heute mindestens 5,5 Volumenprozent Alkohol.

Braunbier

Mit dunklem Malz gebraute Bayreuther Spezialität. Sie wurde von der Brauerei Schinner wiederentdeckt.

Dampfbier

Obergärige Spezialität, die bei höheren Temperaturen vergoren wird. Im Lagertank entsteht Druck, der dampfartig entweicht. Das alte Rezept wurde von der Brauerei Gebrüder Maisel in Bayreuth wiederentdeckt.

Dortmunder

Ein Dortmunder unterscheidet sich von einem Pilsner durch die etwas dunklere Farbe, geringere Hopfigkeit und einen weicheren, volleren Geschmack. In Dortmund selbst, wo die Sorte ihren Ursprung hat, wird es nur als „Dortmunder Export“ bezeichnet. In den Niederlanden wird die Abkürzung „Dort“ verwendet, doch hier ist die Sorte süßer und hat einen höheren Alkoholgehalt. 

Dunkel

Unter - und obergärige Biere, zu deren Herstellung dunkles Malz verwendet wird. Früher in Brauereien gebräuchlich, denen für ihr Bier eher hartes Wasser zur Verfügung stand. Heute werden viele Biere auch in der dunklem Variante angeboten.

Duvel

Das Duvel ist ein helles belgisches Bier. Es ist benannt nach dem ersten Bier dieser Art und wird auch als blondes belgisches Starkbier bezeichnet. Duvel ist ein obergäriges, alkoholstarkes Bier voll hopfiger  Komplexität. Das Bier wird sowohl kühl als auch mit Raumtemperatur getrunken und verdankt seinen Namen („Teufel“) dem ziemlich hohen Alkoholgehalt. 

Eisbock

Starkbier, dem in einem speziellen Gefrierverfahren Wasser entzogen wird. Kulmbacher Spezialität, deren Herstellung durch Zufall entdeckt wurde: In einer kalten Winternacht gefror der Inhalt eines Fasses, das auf dem Brauereihof gelagert wurde.

Export

Untergäriges Bier, das nicht so stark gehopft wird wie Pilsener, also weniger bitter schmeckt.

Faro

Faro ist im Grunde ein Lambic (ein Bier mit spontaner Gärung), dem Zucker beigefügt ist, um das säuerliche Bier zu versüßen. Auch Lambic-Mischungen mit süßen, obergärigen Bieren werden als Faro angeboten.

Fruchtbier

Unter Fruchtbier fasst man eine Anzahl von meist belgischen Bieren zusammen, die einen gewissen Fruchtanteil beinhalten. Das Grundbier kann ein Lambic sein, doch meist ist es ein Gueuze oder ein obergäriges Bier. Die Kennzeichnung Gueuze oder Lambic ist auf dem Etikett vermerkt. Am Häufigsten werden Kirschen und Himbeeren zugefügt, doch auch alle anderen Früchte sind möglich, wie Apfel, Banane oder Schwarze Johannisbeere. Der Geschmack der Bieres ist daher sehr unterschiedlich. 

Gose

Ehemalige Leipziger Spezialität. Obergäriges Bier, der Berliner Weiße nicht unähnlich, dessen Rezept in den sechziger Jahren als verschollen galt. Seit 1991 wird wieder Gose gebraut: von der Weißbierbrauerei Weißenburg für die Leipziger "Gosenschenke Ohne Bedenken".

Gueuze

Wird ein reifes Lambic mit einem jungen Lambic verschnitten und die Mischung abgefüllt, entsteht daraus ein süß-saures Bier mit einer größeren Lebendigkeit als das Lambic selbst. Diese Mischung nennt man Gueuze. 

Hell

In der Regel untergärige Biere, die mit hellem Malz gebraut werden, also eine helle Farbe haben.

Ice Beer

Eins der Trendgetränke, mit denen der Bierabsatz angekurbelt werden soll. Untergäriger Biersud wird kurz gefroren, so daß sich Eiskristalle bilden. An diese lagern sich Bitterstoffe an. Das bittere Eis wird weggefiltert, das Ergebnis ist ein mildes, erfrischendes Bier ohne Malzüberhang.

Kölsch

Obergäriges, helles Bier, das nur in Köln hergestellt werden darf. Es ist relativ kohlensäurearm und bildet nur schwachen Schaum. Mit dem Düsseldorfer Alt verwandt, aber das hört man in Köln nicht gern.

Kräusen

Wiederbelebte Spezialität der Bremer Brauerei Haake - Beck - ein Pilsener, dessen Hefepartikel nach der Gärung nicht herausfiltriert werden. Kenner schätzen das reiche Aroma.

Kristall

Werden die Hefepartikel des Weizenbieres nach der Herstellung herausgefiltert, ist es kristallklar. Verbleiben die Partikel im Bier, wird es also nicht filtriert, bleibt es hefetrüb. Heute bieten viele Weizenbierbrauer ihr Produkt in beiden Versionen an.

Lambic

Lambic ist eine besondere Biersorte. Es ist ein Bier mit spontaner Gärung und somit eigentlich ein Vorgänger aller Biere. Die für das Lambic benötigte wilde Hefe ist im belgischen Sennetal südlich von Brüssel anzutreffen. Lambic, das mit 30Weizen gebraut wird, ist ein säuerliches Bier das einem langen Reifeprozess in Eichenbottichen unterliegt. Es hat einen niedrigen Alkoholgehalt und in seiner Grundform nur wenige Anhänger, daher wird es gesüßt, verschnitten oder mit Früchten zubereitet. 

Märzen

Vor Erfindung der modernen Kühltechnik ging die Brausaison im März zu Ende. Das März - Bier wurde stärker eingebraut, um es haltbar zu machen und den Sommer über in kühlen Kellern lagern zu können.

Naturtrüb

Bier, dessen Hefepartikel nicht herausgefiltert werden, weshalb es trüb, wie die Natur es schuf, ausschaut.

Obergärig

Die alkoholische Gärung des Bieres wird durch Hefekulturen ausgelöst. Beim obergärigen Prozess sammelt sich die Hefe an der Oberfläche und wird dann abgeschöpft.

Pilsener

Trat seinen Siegeszug Mitte des vergangenen Jahrhunderts an. Die untergärige Braumethode der böhmischen Brauer wurde mit Ausnahme Bayerns und des Niederrheins fast überall in Deutschland übernommen, nachdem die für den kalten Gärprozeß notwendige Kältetechnik verfügbar war. Heute sind zwei Drittel aller konsumierten Biere nach Pilsener Art.

Rauchbier

Die Gerste für dieses dunkle Bier wird über einem offenen Holzfeuer zu Malz gedarrt. Daher sein Geschmack, der an schottischen Maltwhisky erinnert. Rauchbier ist heute eine Spezialität einiger Bamberger Brauereien.

Reinheitsgebot

Das erste Gebot deutscher Brauer, verkündet 1516 vom bayerischen Herzog Wilhelm IV. Du sollst für die Herstellung des Bieres keine anderen Zutaten nehmen als Wasser, Malz und Hopfen. Es gilt als das erste Verbrauergesetz der Welt.

Stammwürze

Extrakt der unvergorenen Würze in der Sudpfanne. Im Gärprozeß wird etwa ein Drittel in Alkohol und ein weiteres in Kohlensäure umgewandelt, die aber im weiteren Gärprozeß reduziert wird. Das restliche Drittel bleibt als unvergorener Extrakt im Bier.

Stout

Stout sollte seinem Namen gerecht werden und einen hohen Grad an Stämmigkeit besitzen. Die angebotenen Sorten sind alle fast schwarz und haben den Geschmack von geröstetem Malz. Es gibt Bitter, Sweet und dry Stout; allen gemeinsam ist jedoch der feste, cremige Schaum

Untergärig

Die untergärige Braumethode konnte auf breiter Ebene erst nach Erfindung der modernen Kältetechnik 1877 angewendet werden. Sie erfolgt bei etwa 4 bis 9 Grad Celsius. Untergärige Hefe setzt sich nach Ende des Gärprozesses am Boden ab.

Weißbier, Weizenbier

Obergäriges Bier aus einer Mischung von Gersten - und Weizenmalz. Da die Gärung früher mit Hefe und Milchsäure in Gang gesetzt wurde, konnte es zu einem unangenehmen Beigeschmack kommen, der mit einem Spritzer Zitrone neutralisiert wurde. Der Gesetzgeber schreibt als Mindestanteil 50 Prozent Weizenmalz vor. Durch seine hohen Kohlesäuregehalt wirkt es erfrischend, was es außerhalb seines bayerischen Kerngebietes zu einem sommerlichen Trendgetränk machte.

Weiße, Berliner

Obergäriges Bier aus Gersten - und Weizenmalz. Die zweite Gärung erfolgt mit Milchsäure. Der daraus entstehende Beigeschmack wurde mit Waldmeister oder Himbeersirup übertönt.